Unterhaltspflicht der Eltern

Die Eltern haben für den Unterhalt des Kindes aufzukommen, inbegriffen die Kosten von Erziehung, Ausbildung und Kindesschutzmassnahmen. Der Unterhalt wird geleistet:

  • durch Pflege oder Erziehung, oder,
  • wenn das Kind nicht unter der Obhut der Eltern steht, durch Geldzahlung

Die Unterhaltspflicht dauert bis zur Mündigkeit des Kindes (Art. 277 ZGB). Die Eltern haben, soweit es ihnen nach den gesamten Umständen zugemutet werden kann, für seinen Unterhalt aufzukommen, bis eine entsprechende Ausbildung ordentlicherweise abgeschlossen werden kann.1

Unterhaltsklage: Dem Kind steht für die Leistung des Unterhalts für die Zukunft und für 1 Jahr vor Klageerhebung ein Klagerecht zu (Art. 280 ZGB).

Der Unterhaltsbeitrag soll den Bedürfnissen des Kindes sowie der Lebensstellung und Leistungsfähigkeit der Eltern entsprechen und ausserdem Vermögen und Einkünfte des Kindes sowie den Beitrag des nicht obhutsberechtigten Elternteils an der Betreuung des Kindes berücksichtigen. Kinderzulagen und Sozialversicherungsrenten etc. sind zusätzlich zu zahlen (Art. 285 ZGB).

Unterhaltsverträge über periodische Leistungen oder über eine einmalige Abfindung werden erst mit Genehmigung der Vormundschaftsbehörde verbindlich (Art. 287 ZGB)2.

Erfüllt der Vater oder die Mutter die Unterhaltspflicht nicht, so hat die Vormundschaftsbehörde dem anderen Elternteil bei der Vollstreckung des Unterhaltsanspruches zu helfen (bspw. durch Zahlung der Unterhaltskosten oder durch Klageerhebung gegen den Verpflichteten, Art. 290 ZGB).

Aktuell: Revision des Unterhaltsrechts

Nach dem Sorgerecht soll nun auch das Unterhaltsrecht neu geregelt werden. Am 4. Juli hat der Bundesrat verschiedene Gesetzesänderungen in die Vernehmlassung geschickt. Ziel der Revision des Unterhaltsrechts ist es, die Position des Kindes zu stärken und die Benachteiligung von Kindern unverheirateter Eltern zu beseitigen. So sollen bei der Sozialhilfe in Zukunft die Dossiers des betreuenden Elternteils und des Kindes getrennt und die Unterstützung bei der Eintreibung der Alimente in den Kantonen vereinheitlicht werden.

Aktuelle Informationen zur Gesetzesrevision finden Sie hier:
law-news.ch » Revision des Unterhaltsrechts


1 Das Eherecht bestimmt die Kosten der Unterhaltspflicht gegenüber vorehelichen Kindern (Art. 278 ZGB).

2 Eine einmalige Abfindung des Kindes für seinen Unterhaltsanspruch kann vereinbart werden, wenn es das Interesse des Kindes rechtfertigt (Art. 288 ZGB).

Drucken / Weiterempfehlen: